Natur- und Umweltschutz

Aktuelles

November 2017: Insektensterben - Neue Bienengifte in der Zulassung

Während das Insektensterben immer dramatischere Ausmaße annimmt, wurden nun in Irland und Frankreich zwei neue Insektengifte mit dem Wirkstoff Sulfoxaflor zugelassen. Der Wirkstoff gilt als hoch bienengefährlich. Die Verwendung der Mittel könnte auch bald in Deutschland genehmigt werden.

Lesen Sie mehr dazu auf der Homepage des Umweltinstitutes München unter http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/insektensterben-neue-bienengifte-kurz-vor-zulassung.html.

 

Oktober 2017: „Roundup, der Prozess“ - Dokumentarfilm von Marie-Monique Robin

Der Film wurde am Dienstag, den 17. Oktober 2017, 20:15 Uhr auf ARTE gezeigt und ist danach 20 Tage in der ARTE -Mediathek unter https://www.arte.tv/de/videos/069081-000-A/roundup-der-prozess/ zu finden.

Roundup® ist unter diesem und anderen Markennamen das weltweit am meisten gespritzte Pflanzenschutzmittel. Vierzig Jahre nach dessen Markteinführung wurde sein Wirkstoff Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft. Vor dem Hintergrund der in der Europäischen Union anstehenden Entscheidung über ein Glyphosat-Verbot geht die Doku dem Skandal auf den Grund.

 

Verlust der Artenvielfalt

 

Oktober 2017: 75% weniger Insekten in Deutschland

Am 18. Oktober 2017 veröffentlichte das renommierte Wissenschaftsjournal PLOS ONE die Studie "More than 75 percent decline ober 27 years in total flying insect biomass in protected Areas". An über 60 Standorten in Deutschland haben zahlreiche ehrenamtliche Entomologen 27 Jahre lang wissenschaftliche Daten gesammelt. Die Ergebnisse sind erschreckend:

Mehr als 75 % Verlust an Biomasse bei Fluginsekten.

Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob die Insektenwelt in Schwierigkeiten steckt, sondern wie das Insektensterben zu stoppen ist.

Ein direkter Zusammenhang mit dem Rückgang bei der Zahl der Vögel ist sehr wahrscheinlich, da die betroffenen Vogelarten fast alle zumindest ihre Jungen mit Insekten füttern.
 
Auf der Suche nach den Gründen für den Insektenschwund werden Klimafaktoren, Lebensraumfaktoren und die intensive Landwirtschaft, insbesondere der verstärkte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln genannt. Hier sind weitere Untersuchungen zur Klärung erforderlich.
 
 
Die Studie selbst finden Sie hier.

Januar 2017: Bestäuber in Bedrängnis

Bestäuber haben weltweit mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Dazu hat das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung am 28. November 2016 eine Pressemitteilung zu einer diesbezüglichen Studie in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichten Studie herausgegeben.

Darin steht u.a.: "Mehr als 20.000 Bienen-Arten sind weltweit bekannt, rund 50 davon werden in menschlicher Obhut gehalten - und sie bestäuben mehr als 90 Prozent der 107 wichtigsten Nutzpflanzen. Damit spielen Bienen zwar eine besonders große Rolle im Bestäubungsgeschäft. Sie bekommen aber Unterstützung von zahlreichen anderen Insekten wie Schmetterlingen, Käfern oder Schwebfliegen. Und auch Wirbeltiere wie Kolibris, Fledermäuse oder Geckos mischen zumindest in einigen Regionen kräftig mit. "Insgesamt sind fast 90 Prozent aller wildwachsenden Blütenpflanzen der Erde auf tierische Besucher angewiesen", sagt Prof. Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung."

Neben den Problemen durch Krankheiten und Klimawandel leiden die meisten der nützlichen Helfer vor allem unter der Intensivierung der Landwirtschaft. "Die blütenreichen Wiesen und Feldsäume sind vielerorts verschwunden - abgelöst durch monotone Agrarlandschaften, in denen Insekten zu wenig Nahrung und Nistmöglichkeiten finden. Dazu kommt der Einsatz von Pestiziden. Etliche davon, wie etwa die Neonicotinoide, können Bestäuber direkt töten. Sie schaden ihnen aber auch indirekt, weil sie ihr Verhalten verändern und ihre Gesundheit beeinträchtigen. "Wie sich solche nicht-tödlichen Wirkungen addieren und welche Folgen sie langfristig für die Bestände haben, ist noch kaum untersucht worden", sagt Josef Settele. Doch nicht nur Substanzen, die für Tiere giftig sind, bringen die Bestäuber in Bedrängnis. Auch Herbizide, die zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden, können zum Problem werden. Denn sie reduzieren das Angebot an Blütenpflanzen, die Pollen und Nektar für ihre Besucher bereitstellen.

Gerade im Bereich der Landwirtschaft sehen die Forscher allerdings auch viele Möglichkeiten, den in Bedrängnis geratenen Bestäubern unter die Flügel zu greifen. Dabei geht es nicht nur darum, den Einsatz von Pestiziden und deren unerwünschte Nebenwirkungen zu reduzieren. Gefragt sind auch möglichst vielfältige Agrarlandschaften mit wechselnden Fruchtfolgen und einem reichen Blütenangebot. Schon kleine, naturnahe Refugien zwischen den Feldern können die Lebensbedingungen für die summenden Helfer massiv verbessern."

Hier können Sie die vollständige Pressemitteilung lesen.

 

Oktober 2016: Alarmstufe Rot: Insektensterben statt Bienentanz

77 Forscher unterzeichnen bei einer gemeinsamen Biologen-Fachtagung des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart und der Uni Hohenheim eine Resolution an Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks und fordern Sofortmaßnahmen, um den drastischen Rückgang von Wildbienen und anderen Insekten zu stoppen:

  • Vollständiges Verbot von Insektengiften der Gruppe der Neonicotinoide bis zum wissenschaftlich sauberen Nachweis ihrer Umweltverträglichkeit
  • Maßnahmen zur Erhöhung der Strukturvielfalt in der Kulturlandschaft wie eine Verbesserung des Blühangebotes
    Langzeit-Monitoring von Wildbienen und anderen Insekten
  • Hier geht es zum vollständigen Artikel, Quelle: Uni Hohenheim

 

Februar 2016: Bestäubersterben bedroht Nahrungsmittelsicherheit

Tiere, die Pflanzen bestäuben, sichern Menschen jährlich Milliarden Euro und sind ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft. Weltweit sind immer mehr Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber-Tiere vom Aussterben bedroht. Das könnte laut Weltrat für Biologische Vielfalt (IPBES) der Uno schwere Konsequenzen für die Nahrungsmittelsicherheit haben.

In einem Artikel von Spiegel-Online zu diesem Thema heißt es: "Die gute Nachricht ist: Es kann viel getan werden, um die Risiken für Bestäuber zu senken", sagte der Ko-Vorsitzende des Treffens in Malaysia, Zakri Abdul Hamid. Viele Bedrohungen haben die Menschen zu verantworten. Dazu gehört laut Analyse etwa die Zerstörung von Lebensraum, der Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln, Umweltverschmutzung, die Ausbreitung konkurrierender Arten und von Krankheiten, Monokulturen sowie der Klimawandel. Als Gegenmaßnahmen könnten Landwirte verstärkt Wildblumen zwischen Felder pflanzen und mehr natürliche Pflanzenschutzmittel einsetzen. Imker könnten Bienenkolonien besser managen, damit sich weniger Krankheiten ausbreiten, so Zakri. Zu den wichtigsten Bestäubern gehören neben Bienen auch Motten, Wespen, Käfer, Vögel und Fledermäuse.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht von Spiegel-Online. Die komplette Bestandsaufnahme des Weltrates für Biologische Vielfalt können Sie hier lesen.

Jakobskreuzkraut

Das Kreuz mit dem Kraut – Jakobskreuzkraut (JKK) auf dem Vormarsch
Aufklärung und wirksame Bekämpfung sind dringend notwendig

Nicht nur im Bereich des Grünlandes, sondern insbesondere auf Brachflächen und an Straßenrändern ist ein massives Ausbreiten des giftigen JKK zu beobachten. Landwirte und Pferdebesitzer, aber auch die Imkerschaft sollten genau über die Pflanze und wirksame Bekämpfungsmöglichkeiten informiert sein.Eine gezielte Aufklärung der Bevölkerung ist eine zusätzlich notwendige Maßnahme.

Fläche mit Jakob-Kreuzkraut im Münsterland

Imker, deren Bienenvölker in der Nähe größerer Bestände von Jakobskreuzkraut stehen, sollten den eingetragenen Honig rechtzeitig vor der Blüte abschleudern oder abwandern.

JKK enthält Giftstoffe: die leberschädigenden und krebserregenden Pyrrolizidin-Alkaloide (PA). Besonders gefährdet sind Pferde und Rinder, auf deren Weiden das Kraut wächst. Erfahrene Tiere meiden die giftigen Pflanzen wegen ihrer Bitterstoffe, nicht aber bei Futterknappheit und im frühen Stadium von bis zu acht Wochen, in dem noch keine Bitterstoffe, wohl aber PA vorhanden sind. Hinzu kommt, dass die Giftstoffe im Heu und in der Silage wirksam bleiben. Das Gravierende an diesen Stoffen ist, dass sie nicht ausgeschieden werden, sondern sich im Körper, vor allem in der Leber ansammeln. Dadurch führt auch die wiederholte Aufnahme von kleinen Mengen zu einer Vergiftung, die tödlich verläuft, da es keine Heilungsmöglichkeiten gibt.

Über Bienen gelangten die giftigen PA in geringer Dosis bereits in deutsche Honige (Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR). Als besonders hoch empfindlich reagierend werden vom BfR sowie auch von der WHO Kinder eingestuft.Da die PA auch milchgängig sind sowie in Eiern nachgewiesen werden können, sieht das BfR hier dringenden Forschungsbedarf.

Nektarsammelnde Biene auf Jakob-Kreuzkraut


Die von Juni bis September leuchtend gelb blühenden Pflanzen breiten sich durch ihr extrem hohes Samenpotential und ihre höchst anspruchslosen Standort- und Klimabedingungen explosionsartig aus, sofern nicht rechtzeitig Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen werden. Eine ausgewachsene Pflanze kann bis zu 150.000 Samen mit einer Keimfähigkeit von bis zu 20 Jahren produzieren. Ihre Flugsamen verbreiten sich über Wind und durch Mitnahme von Fahrzeugen. Mit ihren Haftflächen kontaminieren sie nachbarschaftliche Gras- und Wiesenflächen, die der Futtermittelgewinnung dienen oder aktuell beweidet werden und werden so zur Gefahr, selbst wenn der Bewirtschafter auf seinen Flächen gegen die vegetative Ausbreitung angeht.

Zur Bekämpfung des JKK gibt es entsprechende Empfehlungen der Landwirtschaftskammer, wobei eine Bekämpfung in Naturschutzgebieten nicht erlaubt ist, da es sich um eine heimische Pflanze handelt. Die oben genannten Probleme zeigen auf, dass hier aus Verbraucher- und Tierschutzgründen dringender Diskussions- und Handlungsbedarf besteht um eine weitere explosionsartige Ausbreitung der giftigen Pflanze zu verhindern.

Entscheidend für eine durchgreifende Bekämpfung ist eine genaue Pflanzenkenntnis um das JKK von anderen ähnlich aussehenden unproblematischen Blühpflanzen zu unterscheiden.

Hinweise zu Informationsmaterial und Aktionen zur Bekämpfung des JKK:

Fotos: Hubertus Schlamann

 

Invasive Pflanzenarten

Invasive Pflanzenarten gefährden die biologische Vielfalt. Das Wissen über diese Pflanzen ist für die Auswahl geeigneter Bienenweidepflanzen insbesondere unter Beachtung der wildbestäubenden Insekten unabdingbar. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens des BfN wurden erstmals in einem standardisierten Verfahren die Auswirkungen der wild lebend vorkommenden gebietsfremden Gefäßpflanzenarten auf die Natur bewertet.  Ende 2013 veröffentlichte das BfN eine Liste mit 38 invasiven Pflanzenarten. Das Ziel des Forschungsvorhabens war es, eindeutig diejenigen gebietsfremden Arten zu benennen, die eine erhebliche Gefährdung für die biologische Vielfalt darstellen. Die Pressemitteilung des BfN finden Sie hier.

Die Ergebnisse des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens sind im BfN-Skript mit der Nummer 352 erschienen.

Für die Blühinitiative unseres Landesverbandes spielen die Ergebnisse bezüglich der Empfehlung geeigneter Bienenweidepflanzen für alle wild bestäubenden Insekten - nicht nur für die Honigbiene - eine entscheidende Rolle.

Weitere Informationen sind in der Broschüre "Die „Aliens“ kommen!" - Problematik der Einschleppung, Einfuhr und Ausbringung von nicht-heimischen Arten -  des Bundesumweltministeriums zu finden.

Neobiota.de ist das Informationsportal des Bundesamtes für Naturschutz über gebietsfremde und invasive Arten in Deutschland. Darin finden Sie Informationen in folgenden Bereichen:

Grundlagen
 und Neobiota enthält:
  • in  Invasivitätsbewertung Steckbriefe mit Invasivitätsbewertungen für eine Vielzahl gebietsfremder Pflanzen- und Tierarten,
  • ein  Handbuch mit Portraits und Hinweisen zu Maßnahmen für über 50 invasive und potenziell invasive Pflanzen- und Tierarten,
  • in  Projekte Informationen über laufende und abgeschlossene F+E -Vorhaben des Bundesamtes für Naturschutz zum Themenbereich gebietsfremde Arten.

 
Glyphosat

Roundup® ist unter diesem und anderen Markennamen das weltweit am meisten gespritzte Pflanzenschutzmittel. Vierzig Jahre nach dessen Markteinführung wurde sein Wirkstoff Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft. Vor dem Hintergrund der in der Europäischen Union anstehenden Entscheidung über ein Glyphosat-Verbot geht die Doku dem Skandal auf den Grund.

 

 

  • Behörde warnt vor Glyphosatbelastung der Bevölkerung:

    Das Umweltbundesamt (UBA) hat in den letzten 15 Jahren Urinproben von rund 400 Studenten genommen. Während 2001 nur bei 10 Prozent der Unkrautkiller Glyphosat nachgewiesen werden konnte, waren es vergangenes Jahr 40 Prozent, 2013 sogar fast 60 Prozent. Die Behörde sieht Diskussions- und Forschungsbedarf. Sie untersucht nun die Glyphosat-Belastung bei Kindern.

    Hier geht es zur Seite des Umweltbundesamtes.

    Über den meist eingesetzten Wirkstoff in Herbiziden wird seit letztem Frühjahr hitzig diskutiert. Auslöser: die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation hatte Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die EU-Lebensmittelbehörde sehen hingegen bei sachgemäßer Anwendung kein erhöhtes Krebsrisiko.

    Einige Baumärkte in Deutschland nehmen glyphosathaltige Pflanzengifte aus dem Sortiment. Über 90 Wissenschaftler fordern eine Neubewertung bei der EU. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA reagiert wie in vielen anderen Fällen auch mit einer Erhöhung der zulässigen täglichen Aufnahmemenge von 0,3 mg auf 0,5 mg (!) pro kg Körpergewicht! Alle Menschen sollten auf chemische Spritzmittel verzichten, insbesondere im eigenen Garten gibt es ökologische Alternativen. Die Natur, die Umwelt und die eigene Gesundheit wird es ihnen danken.

  • Im Bienenjournal 01/2016 erscheint der Leserbrief von Helmut Schrick aus Paderborn mit dem Thema "Glyphosat - die unterschätzte Gefahr", dessen Vorlage Sie hier finden. 
  • Am 2. November 2015 zeigte der WDR die Dokumentation "Gift im Acker - Glyphosat - die unterschätzte Gefahr", einen Film von Volker Barth.
  • Am 28. September 2015 veröffentlicht der BUND seine Analyse Note „Mangelhaft“: Das EU-Zulassungsverfahren für Glyphosat // Warum Glyphosat vom Markt genommen und das Zulassungsverfahren für Pestizide komplett reformiert werden muss. Hier finden Sie den kompletten Text dieser Analyse.
  • Am 23. September 2015 veröffentlicht der Infodienst Gentechnik den Artikel "Glyphosat verwirrt Bienen":
    Ist der weltweit meistverkaufte Herbizidwirkstoff nun krebserregend für Menschen oder nicht? Wer hat mehr Studien ausgewertet und wie interpretiert? Über diese Fragen streiten wissenschaftliche Institute Deutschlands, der EU und der WHO derzeit mit Verve. Das Ackergift wird unterdessen weiter eingesetzt – und könnte auch Bienen schaden, wie eine neue Untersuchung zeigt.Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und der Universität Buenos Aires fanden heraus, dass Bienen, die eine Zuckerlösung mit geringen Mengen Glyphosat aufgenommen hatten, länger brauchten, um zurück in den Stock zu finden und dabei Umwege flogen. Ihr Orientierungssinn hatte sich also verschlechtert – auch bei Glyphosatmengen, die üblicherweise in der Landwirtschaft zu finden seien, so die Forscher. Ihre Studie wurde nun im Fachmagazin Journal of Experimental Biology veröffentlicht. „Es ist besorgniserregend, dass sogar wenige kurzzeitige Kontakte mit Glyphosat solche Beeinträchtigungen hervorrufen, denn eine wiederholte Aufnahme bei den Bienen ist zu erwarten“, kommentierte Thomas Radetzki vom Imkerverein Mellifera die Forschungsergebnisse. Von der Bundesregierung fordern Mellifera, der Deutsche Imkerbund und der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund deshalb, sich für ein EU-weites Glyphosatverbot einzusetzen. Der ständige Einsatz von glyphosathaltigen Totalherbiziden führe auch dazu, dass weniger Blüten und somit weniger Nahrung für Bienen und andere wichtige Bestäuber zur Verfügung stünden. „Die unzureichende Nektar- und Pollenversorgung spielt besonders im Sommer ein bedeutende Rolle und hat Einfluss auf die Bienengesundheit“, so Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der WHO hatte Glyphosat-Herbizide im Frühjahr als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen eingestuft. Europäische Behörden, darunter das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), sehen das anders. Sie beziehen sich aber vor allem auf den reinen Wirkstoff Glyphosat, nicht auf die Giftmischungen, die letztlich auf dem Acker landen. Vorwürfe, nicht alle Studien beachtet zu haben, wies das BfR gestern erneut zurück. Entschieden ist der Streit der Wissenschaftler jedenfalls noch lange nicht. [dh]
  • Das Umweltinstitut München hat zwei interessante Flyer zu Glyphosat herausgegeben: "Allestöter - Roundup und Glyphosat" sowie "Gift im Garten - Glyphosat & Co. - Gefahren und Alternativen".
  • Hier finden Sie einen interessanten Artikel über Glyphosat aus der Ausgabe Oktober 2014 der Zeitschrift "Schrot und Korn". 
  • Im ithaka-Journal  für Weinbau, Ökologie und Klimafarming ist der Artikel "Herbizide im Urin" von Dirk Brändli und Sandra Reinacher zu finden.
  • Im Rahmen einer Studie der Uni Leipzig wurde 2013 Glyphosat im Urin von Kühen gefunden. Dieser Text stammt aus den Nachrichten des Infodienstes Gentechnik.

 

Neonikotinoide

Januar 2017: Umweltrisiken durch Neonikotinoide

Die Bedrohung von Bienen und anderen wichtigen Bestäubern hat durch den ungehinderten Einsatz von Pestiziden in der industriellen Landwirtschaft seit 2013 weiter zugenommen. In dem im Januar 2017 von Greenpeace veröffentlichtem Report "Umweltrisiken durch Neonicotinoide" hat die britische Uiniversität Sussex hunderte wissenschaftliche Studien der vergangenen vier Jahre rund um das Thema Bestäuber und Pestizide bewertet.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass neben Bienen auch andere für die Landwirtschaft wichtige Bestäuber und Wasserinsekten bedroht sind. Neonicotinoide werden immer häufiger verwendet und können Insekten entweder direkt töten oder schädigen langfristig deren Nervensystem.

Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist, dass Wildpflanzen stärker als bisher vermutet mit Neonicotinoiden kontaminiert sind und deren Nektar und Pollen somit ein zusätzliches Risiko für Bienen und andere Bestäuber darstellt.

Die Konsequenz der Ergebnisse ist die klare Forderung nach einem EU-weiten Verbot von Neonicotinoiden.

Lesen Sie hier den vollständigen Report mit der Zusammenfassung der aktuellen Forschungsergebnisse.

 

April 2016: Neonicotinoide schwächen das Immunsystem der Honigbiene

In der Fachzeitschrift "Die Biene", Ausgabe 4/2016, beschreiben Dr. Annely Brandt und Dr. Ralph Büchler vom Bieneninstitut Kirchhain des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen in dem Artikel "Bienen unter Stress" die Ergebnisse ihres Laborversuches zur Schädigung von Bienen durch Neonicotinoide.

Für zwei der drei getesteten Neonicotinoide (Imidacloprid und Clothianidin) wurde die Zulassung von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vorübergehend ausgesetzt. Allerdings zeigt auch der dritte untersuchte Wirkstoff - Thiacloprid - eine ähnliche Wirkung auf das Immunsystem, sogar in bienenrelevanten Konzentrationen. Hier können Sie den gesamten Artikel lesen.

In derselben Ausgabe der Zeitschrift finden sich im Artikel "Neues aus Kirchhain - Aus dem Jahresbericht des LLH Bieneninstitut" weitere interessante Forschungsergebnisse, u.a. beeinträchtigt das Neonicotinoid Clothianidin die Futtersaftdrüse und die Brutentwicklung. Zum vollständigen Artikel geht es hier, den kompletten Jahresbericht kann man von der Homepage des Institutes herunterladen (www.llh.hessen.de/bieneninstitut-kirchhain.html).

 

Mai 2015: Neonikotinoide wirken wie Drogen auf das Bienengehirn

Im FOCUS wird u.a. darüber berichtet, dass die britische Insektenforscherin Geraldine Wright herausgefunden hat, dass Bienen und Hummeln regelrecht auf Pflanzen fliegen, die mit Neonikotinoiden behandelt wurden. Die Neonikotinoide lösen im Nervensystem von Bienen die gleichen Mechanismen aus wie Nikotin im Gehirn von Menschen.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel mit weiterführenden Links.

 

März 2014: Bienen finden den Heimweg nicht

2013 veranlassten kritische Studien die EU, bestimmte Anwendungen von drei Neonikotinoiden für zwei Jahre auszusetzen. Bislang wurde nur für Hummeln überzeugend nachgewiesen, dass bereits niedrige Dosen dieser Pestizide die Völker schwächen. Prof. Dr. Dr. Randolf Menzel und Uwe Greggers von der Freien Universität Berlin sowie Prof. Bernd Grünewald und Johannes Fischer vom Bieneninstitut der Universität Frankfurt am Main haben in ihren Untersuchungen zur Beeinträchtigung der Orientierung von bestäubenden Insekten durch Pestizide die Studien des Forscherteams um Dave Goulson für Bienen bestätigt und ergänzt. Goulson fand bereits 2012 negative Auswirkungen von Neonikotinoiden auf Hummeln.

Die aktuelle Studie der deutschen Forscher macht deutlich, dass die Heimkehrphase der Bienen durch subletale Dosen der getesteten Neonikotinoide gestört wird. Die Studie zeigt, dass besonders im Bereich der Neonikotinoide weitergehende Forschungen notwendig sind. Insbesondere die Wechselwirkung verschiedener Pestizide wurde bisher sehr wenig beachtet, in einigen Fällen zeigte sich, dass sie sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken.

Mit beeindruckenden Bildern und ausführlichen Informationen berichtet das Bienenjournal 4/2014 über die Ergebnisse der Forschungen.

Nähere Informationen zur Studie finden Sie in der zugehörigen Veröffentlichung der Freien Universität Berlin sowie in einer Nachricht des Infodienstes Gentechnik.

Agro-Gentechnik

Das Netzwerk Imker für gentechnikfreie Regionen beschäftigt sich seit 2009 mit den Risiken der Agro-Gentechnik. Die Homepage des Netzwerks wird ab 2018 wieder regelmäßig aktualisiert.

Beim Infodienst Gentechnik finden Sie alle wichtigen Erkenntnisse zu aktuellen Themen und Forschungen.

Für die Arbeit in der Schule zu diesem Thema eignen sich die Unterlagen auf der Seite http://www.schule-und-gentechnik.de/.

Mellifera engagiert sich ebenfalls für den Schutz von Bienen und Honig vor Gentechnik. Lesen Sie mehr dazu unter https://www.mellifera.de/initiativen/bienen-schuetzen/agro-gentechnik-bienen.html.

Archiv Natur- und Umweltschutz

2015:

1/2015 Bienensterben: Comeback der Neonicotinoide?

Umweltschützer und Imker alarmiert: Bienenschädliches Insektizid Sulfoxaflor in den USA verboten, in der EU zugelassen! 

"Im Jahr 2013 reagierte die EU-Kommission - und verhängte ein Moratorium für drei Neonicotinoide, Clothianidin, Imidacloprid, Thiamethoxam. Ein weiteres Mittel, Fipronil, wurde teilweise verboten.

Nun sorgt eine Nachricht aus den USA für neuen Zündstoff. Ein US-Berufungsgericht hat am 10. September entschieden, dass das Insektizid Sulfoxaflor des Herstellers Dow Agrosciences nie hätte zugelassen werden dürfen - weil die Nachweise fehlten, dass das Mittel für Bienen unschädlich ist. Das Pikante daran: Das Insektizid, das als Neonicotinoid der vierten Generation gilt, wurde in der EU im Juli 2015 von der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EUKommission (DG Santé) für die Dauer von zehn Jahren zugelassen. Und das, obwohl die Schädlichkeit der Neonicotinoide für Honigbienen inzwischen nachgewiesen ist. Die EU-Gesundheitsbehörde EFSA hatte schon 2014 gewarnt, dass Sulfoxaflor "hoch giftig" für Bienen sei und dass die mangelhafte Datenlage eine angemessene Risikoeinschätzung unmöglich mache."

Zum vollständigen Artikel geht es hier.

2/2015 Aldi-Nord verkauft umweltgefährliches Insektengift

Als Pestizide nicht mehr zugelassen werden Gifte begleitet durch verharmlosende und irreführender Werbung als „Biozid“ verkauft.


Laut Aldi-Werbung kann das Gift im Garten versprüht werden – ohne dass man Handschuhe tragen muss. Das Mittel des Herstellers Envira wirke gegen „kriechende und fliegende Insekten“ und habe eine „Sofort- und Langzeitwirkung bis drei Monate“.

Über die Wirkstoffe werden Kunden in der Werbung im Dunkeln gelassen. Statt den Cocktail aus Permethrin und Esbiothrin zu nennen, erwähnt Aldi, dass es auf Wasserbasis hergestellt wurde. Das Insektengift ist nicht als Pestizid zugelassen, sondern als sogenanntes „Biozid“ registriert (BAuA-Reg.Nr.: N-52166).

Das Pestizid Aktions-Netzwerk PAN Germany ist entsetzt über dieses Aldi-Angebot, durch das das Pflanzenschutzgesetz faktisch unterlaufen wird und zwar weil Hersteller und der Discounter Aldi-Nord die potentiellen Anwender über den Verwendungszweck im Unklaren lassen. Das Mittel enthält ein Gemisch der Pyrethroide Permethrin und Esbiothrin. Es sind stark umweltgefährliche Nervengifte, die als Pestizide nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Permethrin reizt Augen und Haut, reproduktionstoxische Effekte sind bekannt und der Wirkstoff steht unter dem Verdacht, das Hormonsystem von Menschen und Tieren zu schädigen. Laut Kennzeichnung ist das Mittel stark giftig für Wasserlebewesen und kann allergische Reaktionen auslösen. Zudem gilt es als bienengefährdend.

PAN hat Beschwerde gegen die Werbung und den Verkauf des Mittels bei den zuständigen Überwachungsbehörden eingereicht.

Hier geht es zum gesamten Text auf der Homepage von PAN Germany.


3/2015 Bienengiftiges Fipronil als Ameisenmittel

Einkaufstest von GLOBAL 2000 zeigt, dass Insektenvernichtungsmittel mit dem hoch bienengiftigen Wirkstoff Fipronil im Handel frei erhältlich sind.

GLOBAL 2000 ist Österreichs führende, unabhängige Umweltschutzorganisation. Ein Einkaufstest von GLOBAL 2000 hat gezeigt, dass Insektenvernichtungsmittel mit dem hoch bienengiftigen Wirkstoff Fipronil im Handel frei erhältlich sind.

Fipronil ist in circa 20 Prozent der Ameisenbekämpfungsmittel enthalten. Gefunden wurde der Wirkstoff in Produkten der Marken „Nexa Lotte“ und „Celaflor“, und zwar in Ameisenmittel, Ameisenköder und Ungezieferköder.  Fipronil stellt laut Bewertung der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ein „inakzeptables Risiko für Bienen“ dar. Der Pestizidwirkstoff ist aber als Ameisenbekämpfungsmittel in Drogeriemärkten, im Lebensmitteleinzelhandel, in Baumärkten und Gartencentern weiterhin frei verfügbar. Haushaltspestizide wurden vom Fipronil-Verbot bislang nicht erfasst, da hier nicht die Pestizidverordnung 1107/2009 sondern die Biozid-Verordnung 528/2012 gilt.

Lesen Sie weiter unter https://www.global2000.at/bienengiftiges-fipronil-als-ameisenmittel.

 

2014:

Auf der Seite von Mellifera finden Sie unter https://www.mellifera.de/ueber-uns/presse/mitteilungen/?tag=Gentechnik sämtliche Pressemitteilungen zum Thema Bienen, Honig und Gentechnik.

1/2014 Imker streiten am Europäischen Gerichtshof gegen Pestizide

Bündnis zum Schutz der Bienen kann sich aktiv in Gerichtsverfahren einbringen

Nach dem Verbot bestimmter Neonikotinoide durch die EU-Kommission haben die Hersteller BASF, Bayer und Syngenta vor dem EuGH Klage gegen die Kommission eingereicht. Das "Bündnis zum Schutz der Bienen" - bestehend aus 6 Imkerverbänden - hat die Zulassung als Prozessbeteiligte bei allen drei Verfahren erreicht.

Ziel des Bündnisses ist der Schutz von Biene, Mensch und Natur vor den negativen Auswirkungen der Agroindustrie durch Pestizide und Gentechnik. Das Bündnis finanziert sich ausschließlich über ein treuhänderisch verwaltetes Spendenkonto. Nähere Informationen dazu finden Sie in der Pressemitteilung und unter http://www.bienen-landwirtschaft.de/land/Neonicotinoide/index.html.

Hier geht es zur Pressemitteilung.

2/2014 Monokulturen, Pestizide und Kunstdünger auf ökologischen Vorrangflächen?

BRD will EU-Agrarreform unterwandern, die europaweites Netz an ökologischen Flächen zur Verlangsamung des Artensterbens zum Ziel hat.

Einen Ansatz zum Bienen- und Artenschutz bietet die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union. Sie soll 2015 in Kraft treten und regelt neu, wie die EU ihre Fördermittel in der Landwirtschaft vergibt. Die Reform soll die Landwirtschaft grüner machen. Dazu sollten Fördermittel unter anderem daran gekoppelt werden, dass Landwirte fünf Prozent ihrer Ackerfläche im Sinne des Artenschutzes bewirtschaften. Wenn so auf jedem Betrieb ein kleiner Anteil der Fläche als ökologische Vorrangfläche bewirtschaftet wird, entsteht ein europaweites Netz an Flächen, mit denen das Artensterben verlangsamt wird. Das hilft Bienen, Vögeln und vielen anderen bedrohten Arten.
Anfang April 2014 entscheiden die Agrarminister von Bund und Ländern über die Umsetzung der so genannten „ökologischen Vorrangflächen“, die Teil der neuen EU-Agrarpolitik sind.

Doch die Bundesregierung mauert: Auf diesen Flächen sollen Landwirte auch Monokulturen anbauen und Pestizide und Kunstdünger einsetzen dürfen. Dabei werden die Flächen dringend als Lebensraum für Bienen und viele andere Arten benötigt. Die Regierung gibt damit eine einmalige Chance leichtfertig aus der Hand: Mit einem Verbot von Pestiziden, Kunstdünger und Monokulturen auf den ökologischen Vorrangflächen könnte sie wirksam gegen das Artensterben vorgehen und nicht nur von Bienengesundheit reden, sondern etwas dafür tun.

Für die Umsetzung der EU-Agrarreform hat die Bundesregierung ein Gesetz vorgelegt und bereitet  eine Verordnung vor. Über das Gesetz entscheidet allein der Bundestag. Die Verordnung braucht jedoch die Zustimmung der Bundesländer. Die Agrarminister/innen der Länder haben es in der Hand, den Entwurf zu ändern. Sie können den Artenschutz voranbringen, indem sie den Entwurf der Bundesregierung verändern. Sie diskutieren zwei entscheidende Fragen:

1. Sollen auf den ökologischen Vorrangflächen Pestizide und Kunstdünger eingesetzt werden dürfen? Zwar behauptet die Regierung, ein solches Verbot dürfe sie gar nicht verfügen. Doch die EU-Kommission hat ihr widersprochen. Sie stellt fest: „Die Mitgliedsstaaten [können] auch bestimmte Anforderungen bezüglich der Verwendung von Produktionsmitteln vorsehen.“ Mit anderen Worten: Ein Verbot von Chemie wäre sehr wohl möglich.

2. Was darf auf den ökologischen Vorrangflächen angebaut werden? Die Regierung möchte die Entscheidung möglichst den Landwirten überlassen. Dann aber ist die Gefahr groß, dass sie im schlimmsten Fall sogar intensiven Maisanbau noch als ökologische Vorrangfläche durchgehen lässt. Mit Artenvielfalt hätte das wenig zu tun.

Auf der Agrarministerkonferenz wollen Bund und Länder eine Kompromissposition aushandeln, die dann im Mai im Bundesrat beschlossen werden kann. Weil viele Bundesländer noch unentschlossen sind, will Campact mit einer Protestaktion dafür sorgen, dass Pestizide und Monokulturen von einem Teil der gesamten Agrarfläche verbannt werden – und wieder Vielfalt in der Landwirtschaft einzieht.

3/2014 Bienen und Gentechnik - EU verhindert Honig-Kennzeichnung

Imker ziehen vor das Bundesverfassungsgericht

Nun steht es fest: Honig, der Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthält, muss nicht gekennzeichnet werden. Europarechtlich sind Pollen nun "natürlicher Bestandteil" von Honig. Die Entscheidung im EU-Parlament fiel denkbar knapp aus. Mit nur drei Stimmen Unterschied folgte der Umweltausschuss am 19. März 2014 dem Vorschlag der EU-Kommission.

Lesen Sie die Pressemeldung des Deutschen Imkerbundes, die die Klage vor dem Verfassungsgericht im Zusammenhang mit dem Schutz der Imkerei vor GVO-Anbau zum Thema hat. Der Infodienst Gentechnik berichtet in seinem Artikel "Bärendienst für Imker und Bienen" - Änderung der Honigrichtlinie über die Entscheidung der EU.

4/2014 Gen-Mais 1507 wird zugelassen - Deutschland bleibt beim Jein

Deutsche Imker sind entsetzt über Deutschlands Abstimmungsverhalten im EU-Ministerrat.

Heute stimmten die Europaminister in Brüssel über die Zulassung der Gen-Maissorte 1507 ab. Während einige EU-Staaten noch umschwenkten und gegen die Zulassung votierten, enthielt sich Deutschland wie angekündigt der Stimme. Dadurch wurde eine eindeutige Mehrheit gegen die Zulassung verhindert und die Kommission ist nun verpflichtet den Genmais zuzulassen.

In der Pressemitteilung des D.I.B. heißt es dazu: "Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht der europäischen Verbraucher, sondern auch für alle europäischen Imkerinnen und Imker. Der D.I.B. lehnt den Anbau in Deutschland vehement ab und wird sich dementsprechend mit den anderen Verbänden positionieren." Hier geht es zur vollständigen Pressemitteilung.

Gemeinsam mit unseren Bündnispartnern werden wir uns in unserem Netzwerk Imker für gentechnikfreie Regionen dafür einsetzen, dass deutsche Äcker weiterhin gentechnikfrei bleiben. Die aktuelle Nachricht des Infodienstes zur drohenden Zulassung von Mais 1507 finden Sie hier.

Die Zeitung "Nachrichten OWL" veröffentlichte am 13. Februar 2014 einen interessanten Artikel von Leonie Molls zu diesem Thema unter der Überschrift "Ostwestfalen gegen Genmais". Die Verfasserin stellt nach intensiver Recherche die kritische Sichtweise von Landwirten, Umweltschützern und Imkern dar. Den kompletten Zeitungsartikel können Sie hier lesen.

5/2014 Imker gegen Anbaugenehmigung für Gentechnik-Mais

Deutsche und europäische Imkerverbände haben sich gegen die drohende Anbauzulassung für den gentechnisch veränderten Mais 1507 ausgesprochen. Da es bei der Entscheidung auf EU-Ebene besonders auf Deutschland ankommt, fordern die Bienenhalter ein „Nein“ der Bundesregierung bei der bevorstehenden Abstimmung. Ihre Kritik: Es sei nicht untersucht worden, wie das Gift der Gentech-Pflanze auf Honig- und Wildbienen wirkt.

„Eine Anbauzulassung für die gentechnisch veränderte Maislinie 1507 ist aus vielerlei Gründen unverantwortlich,“ erklärte Thomas Radetzki vom Imkerverband Mellifera. Auch seine Kollegen vom Deutschen Imkerbund, dem Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund, dem Bayerischen Bienenzüchter Verband und weiteren europäischen und nationalen Imkerorganisationen sehen das so. „Vor der Wahl haben sich CSU und SPD klar gegen einen Anbau von GVO in Deutschland positioniert. Wir erwarten nun entsprechende Konsequenzen!“, verdeutlichte Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes. „Deutschland kann und muss einen eigenen Kurs innerhalb der EU fahren und Verbraucher, Imker und eben auch unsere Bienen zu schützen.“

Nun seien Agrarminister Hans-Peter Friedrich von der CSU und Wirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) gefordert, innerhalb der Bundesregierung für eine gentechnik-kritischere Position zu werben.

Die zugehörige Pressemitteilung der europäischen und deutschen Imkerverbände finden Sie hier.

6/2014 EU will Gentechnik im Honig verbergen

Verbraucher erfahren in Zukunft nicht mehr, ob Honig Pollen oder Nektar von gentechnisch veränderten Pflanzen enthält!

Am 15. Januar 2014 hat das EU-Parlament gegen das Votum des EU-Ausschusses für Umwelt- und Lebensmittelsicherheit und trotz der Proteste der europäischen und deutschen Imkerverbände einer von der Kommission vorgeschlagenen Änderung der Honigrichtlinie zugestimmt. So wird z.B. ein Rapshonig aus Kanada nicht gekennzeichnet werden müssen, selbst wenn dieser ausschließlich von Feldern mit reinem GVO-Raps stammt.

Vor drei Jahren urteilte ein EU-Gericht, gentechnisch verunreinigter Honig dürfe nicht ohne Kennzeichnung verkauft werden. Es argumentierte, Pollen sei eine Zutat. Das EU-Parlament stimmte nun aber für den Vorschlag, Pollen einfach als natürlichen Bestandteil zu definieren, wodurch die Kennzeichnungspflicht entfällt.

Die deutschen Imkerverbände empfehlen ihren Mitgliedern zum Erhalt des Vertrauens von Verbraucherinnen und Verbrauchern Honig mit dem Label "Ohne Gentechnik" zu versehen. Das deutsche Standortregister für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen macht den deutschen Imkern eine Kontrolle über ihren Honig möglich. Bevor das Label auf unsere Honiggläser geklebt wird, bleibt abzuwarten, ob die Entscheidung des EU-Parlamentes durch den erneuten Protest der Imkerverbände zurückgenommen wird.

Lesen Sie die vollständige Pressemitteilung der europäischen und deutschen Imkerverbände sowie einen Bericht des Infodienstes Gentechnik.

2013:

1/2013 Gericht weist Klage im Streit um Gen-Mais ab

Imker scheitern mit Forderung nach Schutz

Das Leipziger Bundesverwaltungsgericht hat am Donnerstag keine Klärung in dem für Imker wichtigen und seit sechs Jahren laufenden Verfahren herbeigeführt. Geklagt hatte der Imker Karl-Heinz Bablok, der Blütenpollen des GVO-Maises MON810 von Monsanto in seinem Honig fand. Der Freistaat Bayern hatte ihn zu Versuchszwecken angebaut. Imker Bablok wollte von dem Gericht wissen, ob er Schadensersatz verlangen kann und ob der Gentechnikanbau in der Nähe seiner Bienen unterbleiben muss. Das Gericht hat die Klage abgewiesen. Die Klagen werden durch das von Mellifera e.V. initiierte und organisierte Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik organisiert.
 
Die Pressemitteilung der Rechtsanwälte können Sie hier lesen.
 
Bei der Verhandlung war zudem bekannt geworden, dass der Genmais MON810 des Agrar-Konzerns Monsanto kurz vor der Zulassung als Lebensmittel in der Bundesrepublik steht.
 

2/2013 EU: Teilverbot von drei Neonicotinoiden

Am 29. April 2013 haben sich die EU-Staaten mehrheitlich für ein Verbot von drei Neonicotinoiden ausgesprochen.

Bei der EU-Abstimmung kam zwar keine qualifizierte Mehrheit zustande, doch Gesundheits- und Verbraucherkommissar Tonio Borg will die Beizmittel Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam nun für zwei Jahre verbieten. Deutschland hatte sich bei einer ersten Sitzung im März noch der Stimme enthalten, stimmte aber jetzt auch für das Verbot. Das Verbot wird allerdings nicht schon diesen Sommer, sondern erst ab Dezember gelten.

"Ich verspreche, alles zum Schutz unserer Bienen zu tun, die so wichtig sind für unser Ökosystem und jährlich mehr als 22 Milliarden Euro zur europäischen Landwirtschaft beitragen", erklärte der zuständige Kommissar Borg im Anschluss. Damit wird das Beizen mit den drei Neonicotinoiden bei Raps, Mais, Sonnenblumen und Baumwolle für zwei Jahre untersagt. Bei Wintergetreide und anderen Pflanzen wird es hingegen weiter möglich sein.

Das deutsche Agrarministerium erklärte in einer Pressemitteilung, die Anwendung der Neonicotinoide sei in Deutschland bereits "auf wenige sichere Anwendungen begrenzt und mit strengen Auflagen verbunden." Mit dem nun absehbaren Verbot dürfen die Beizmittel jedoch auch nicht mehr bei Raps angewendet werden - das war hierzulande bislang möglich. Deutschland setzte sich deshalb für eine späteren Start erst ab Dezember ein: "Damit ist garantiert, dass der Anbau von Raps, der mit seinen vielen Blüten zu den wichtigsten Nahrungsquellen für Bienen zählt, nicht rapide einbricht. Deutschland wird die Übergangszeit für weitere Forschung nutzen."

Die deutschen Imkerverbände begrüßen in ihrer Presseerklärung das Verbot.

3/2013 Offener Brief zum Thema Bienen und Verbot der Neonicotinoide

Deutsche und europäische Imkerverbände wenden sich an Minister Altmaier, um auf die Bedrohung der Bienen und der Imkerei aufmerksam zu machen.

In einem vom Deutschen Imkerbund, Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund, von Bioland, Demeter, Mellifera, der Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker und der European Professional Beekeepers Association verfassten offenen Brief an Umweltminister Peter Altmaier weisen die Imkerverbände auf die Bedrohung der Bienen und der Imkerei durch hochgradig bienengefährliche Pflanzenschutzmittel hin. Es geht insbesondere um die Neonicotinoide und die Folgen der immer weiter fortschreitenden Intensivierung der deutschen Landwirtschaft. Neben den Honigbienen gehört auch die Beobachtung der Auswirkungen auf die Wildbienen. Die Imkerverbände sehen sich als Anwalt der Honigbienen, die als einer der wichtigsten Umweltindikatoren überhaupt stellvertretend für viele Insekten stehen.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium agiert zu Lasten des Bienenschutzes in Europa. Die Imkerverbände widersprechen den Darstellungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums, nach dessen Aussagen keine schädlichen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf Bienen bestehen. Die Verbände fordern den Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Peter Altmaier, auf, sich dafür einzusetzen, dass Deutschland im Berufungsausschuss in Brüssel dem Vorschlag der EU-Kommission für ein Teilverbot der Neonicotinoide ohne Einschränkung zustimmt.

Hier geht es zum offenen Brief der Imkerverbände.

4/2013 Bienenschutz: Greenpeace fordert Pestizidverbot

Sieben Pestizide sollen laut Greenpeace sofort aus dem Verkehr gezogen werden, um das gravierende Bienensterben zu stoppen.

Die Studie benennt sieben für Bienen gefährliche Pestizide, von denen drei zu den umstrittenen Nervengiften aus der Klasse der hochgiftigen Neonicotinoide gehören. Hergestellt werden die Spritzmittel unter anderem von Bayer, BASF und Syngenta. "Die Ergebnisse unserer Studie sind eindeutig und dürfen von der Politik nicht länger ignoriert werden", sagt Dirk Zimmermann, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace. "Die Interessen der Chemieindustrie dürfen nicht länger Vorrang vor dem Schutz von Bienen und der Landwirtschaft haben."

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CDU) hat ein Verbot der besonders schädlichen Neonicotiniode Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam auf EU-Ebene bisher durch ihre Stimmenthaltung blockiert. Greenpeace fordert: Aigner soll sich für ein umgehendes und vollständiges Verbot bienengefährlicher Chemikalien einsetzen. "Frau Aigner hat lange genug die Notwendigkeit eines dringend gebotenen Kurswechsels in der Landwirtschaft ignoriert. Die dramatische Dimension des Bienensterbens sollte ihr endgültig Anlass zum Umdenken geben", fordert Zimmermann. (Quelle: Greenpeace)

  •  Link zur Studie  "Bye, bye Biene? Das Bienensterben und die Risiken für die Landwirtschaft in Europa"

5/2013 Pressemitteilung der Imkerverbände zu der BT-Mais Studie

Die deutschen Imkerverbände finden, dass die zweifelhafte Forschung keinesfalls die Ungefährlichkeit von Genmais für Bienen belegt.

Hier finden Sie die komplette aktuelle Pressemitteilung der Imkerverbände.

Auch Christoph Then, Gentechnik-Experte von Testbiotech, bezweifelt die Unbedenklichkeitsstudie. Lesen Sie die zugehörige Nachricht mit weiteren Links auf der Seite des Infodienstes Gentechnik.

6/2013 Neonikotinoide: Deutschland blockiert Bienenschutz in der EU

Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten votiert für Neonikotinoid-Verbot, Deutschland und Großbritannien verhindern es durch ihre Enthaltung.

Das von der EU-Kommossion vorgeschlagene Verbot von drei besonders bienen-schädigenden Pestiziden ist vorerst gescheitert. Die deutschen Imkerverbände werfen der Bundesregierung "irreführende Tatsachenverdrehung und Verbreitung täuschender Halbwahrheiten" vor. Obwohl Ministerin Aigner offiziell für den Bienenschutz eintrete, agiere sie "seit Wochen intensiv hinter den Kulissen für dessen Aufweichung", kritisieren die Verbände. Die Pressemitteilung der deutschen Imkerverbände finden Sie hier. Zusätzliche Informationen und weiterführende Links sind im Artikel des Infodienstes Gentechnik mit dem Thema "Deutschland blockiert Bienenschutz in der EU" zu finden.

7/2013 Artikel des DIB zum Verbot gefährlicher Pestizide

Hier finden Sie einen Internettext des DIB zum Thema "Verbot gefährlicher Pestizide wird weiter diskutiert".

8/2013 Artikel des DIB über die Abstimmung der EU-Agrarreform

Hier finden Sie eine aktuelle Pressemitteilung und einen Internetbeitrag des DIB zum Thema "Abstimmung der EU-Agrarreform".

9/2013 EFSA identifiziert Risiken durch Neonicotinoide für Bienen

Die Risikobewertung konzentriert sich auf drei wesentliche Expositionspfade: Rückstände in Nektar und Pollen, Stäube, Guttation.

Die Wissenschaftler der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) haben eine Reihe von Risiken für Bienen identifiziert, die von den drei Neonicotinoid-Insektiziden Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam ausgehen. Die Behörde wurde von der Europäischen Kommission mit der Bewertung der Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung von Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam zur Saatgutbehandlung bzw. in Form von Granulat ersucht; dabei lag besonderes Augenmerk auf deren akuten und chronischen Wirkungen im Hinblick auf das Überleben und die Entwicklung von Bienenvölkern, den Auswirkungen auf Bienenlarven und das Bienenverhalten sowie auf den durch subletale Dosen dieser drei Wirkstoffe bedingten Risiken. In einigen Fällen konnte die EFSA aufgrund von mangelnden Informationen die Risikobewertung nicht abschließen.
Die Risikobewertungen konzentrierten sich auf drei wesentliche Expositionspfade: Exposition durch Rückstände in Nektar und Pollen der Blüten behandelter Pflanzen, Exposition durch Stäube, die bei der Aussaat behandelten Saatguts oder beim Streuen von Granulat entstehen, sowie Exposition durch Rückstände in der Guttationsflüssigkeit von behandelten Pflanzen. In den Fällen, in denen es der EFSA möglich war, die Risikobewertungen abzuschließen, kam sie gemeinsam mit wissenschaftlichen Sachverständigen aus den EU-Mitgliedstaaten für alle drei Wirkstoffe zu folgendem Schluss:
 
·      Exposition durch Pollen und Nektar: Nur die Verwendung bei Nutzpflanzen, die für Honigbienen uninteressant sind, wurde als akzeptabel erachtet.
 
·      Exposition durch Stäube: Ein Risiko für Honigbienen bestand bzw. konnte nicht ausgeschlossen werden, mit einigen Ausnahmen, wie bei der Verwendung für Zuckerrüben oder Nutzpflanzen, die in Gewächshäusern angebaut werden, und bei der Verwendung einiger Granulatformen.
 
·      Exposition durch Guttation: Nur die Risikobewertung für mit Thiamethoxam behandeltem Mais konnte abgeschlossen werden. Hier zeigen Feldstudien eine akute Wirkung auf Honigbienen, die dem Wirkstoff mittels Guttationsflüssigkeit ausgesetzt waren.
 
Die Schlussfolgerungen der EFSA enthalten Tabellen, in denen alle in der EU zugelassenen Verwendungen dieser drei Wirkstoffe zur Saatgutbehandlung sowie in Form von Granulat aufgeführt sind. Ferner ist für jeden Expositionspfad angegeben, in welchen Fällen ein Risiko festgestellt wurde, in welchen Fällen ein geringes Risiko festgestellt wurde und in welchen Fällen die Bewertung aufgrund mangelnder Daten nicht abgeschlossen werden konnte.
 
Die Wissenschaftler der EFSA haben auf Grund einiger Datenlücken eine wesentlich umfassendere Risikobewertung für Bienen vorgeschlagen. Insbesondere die Risiken für andere Bestäuber sollen zukünftig intensiver untersucht werden.
 
In einem Interview mit dem Infodienst Gentechnik äußerst sich Thomas Radetzki, Imkermeister der Imkerei Fischermühle und soeben mit dem Förderpreis Ökolandbau von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner ausgezeichnet, zur Problematik der Pflanzenschutzmittel.
 
Professor Tautz, Bienenforscher an der Universität Würzburg und Leiter der dort ansässigen BEEgroup, befasst sich im Artikel "Pestizide dezimieren Insekten" (Die Welt kompakt - 30.Oktober 2012) mit den negativen Einflüssen auf die Biene.
 
Der niederländische Toxikologe Henk Tennekes hat sich mit dem Thema "Das Ende der Artenvielfalt - Neuartige Pestizide töten Insekten und Vögel" intensiv auseinandergesetzt. Beim Runden Tisch zum Thema "Bienensterben und Neonikotinoide" hat er im österreichischen Parlament ein Referat gehalten.
 
 
Umfassendes Informationsmaterial zur Risikobewertung durch die EFSA sowie zu Risiken von weiteren Pflanzenschutzmitteln finden Sie unter den folgenden Links:

 

2012:

1/2012 NATUR  BIENE  MENSCH - Resolution der Imkerverbände 

Resolution zum Thema "Zusammenhängender Lebensraum: NATUR BIENE MENSCH" beim 87. Internationalen Imker Kongress in Echternach (Luxemburg) .

Beim 87. Internationalen Imker Kongress in Echternach (Luxemburg) haben die Imkerverbände eine Resolution zum Thema "Zusammenhängender Lebensraum: NATUR BIENE MENSCH" verfasst. Sie beschäftigen sich darin intensiv mit der Problematik der Mangelversorgung der Bienen durch die Monokulturen in der Landwirtschaft sowie die Beeinträchtigung der Bienengesundheit durch die Verwendung gefährlicher Pflanzenschutzmittel und formulieren sehr konkrete Forderungen zur Verbesserung der Umweltsituation. 

Unser Landesverband unterstützt diese Forderungen und wird sich insbesondere verstärkt um die weitere Intensivierung der Blütenvielfalt bemühen. Dazu gibt es sowohl auf dem Honigmarkt in Ennepetal am 21. Oktober 2012 als auch auf einem Praxisseminar am 19. Januar 2013 in Haus Düsse konkret umsetzbare Vorschläge auf der Basis erprobter Beispielaussaaten. Nähere Informationen zum geplanten Seminar folgen in Kürze. 

Den vollständigen Text der Resolution der Imkerverbände finden Sie hier.

2/2012 EuGH-Urteil zugunsten der Imkerei

Europäischer Gerichtshof fällt wichtiges Urteil zur Gentechnik zugunsten der Imkerei

"Wir als LV Westfälischer Imker freuen uns außerordentlich über dieses wegweisende Urteil. Die Imkerei wird - dank der EU-Rechtssprechung - nachhaltig berücksichtigt. Großes Kompliment an die Streiter der Apis Mellifera für Ihren unermüdlichen Einsatz."
F.W. Brinkmann, Vorsitzender des Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker
 
Pressemeldung Urteil Bundesverwaltungsgericht vom 29.02.2012

Aktenvermerk der Arbeitsgruppen Bienenzucht und Honig, Copa-Cogeca am 27.02.2012 in Brüssel

Positionspapier der Imkerverbände für die anstehende Entscheidung am 29.02.2012 zum Gentechnikrecht an das Bundesverwaltungsgericht.

Inzwischen haben einige Handelsketten ihre zuliefernden Imker aufgefordert, Untersuchungsbefunde für ihren Honig vorzulegen. Der D.I.B. ist diesbezüglich mit der Handelskette Edeka persönlich in Kontakt getreten.

 Pressestimmen u. Kommentare

Die Kosten der Koexistenz -  von A. Bauer- Panskus