Aktuelles

 

BienenBlütenReich

2016 startete das NBL sein Projekt "BienenBlütenReich" und schafft vielerorts blühende Areale für blütenbesuchende Insekten. Bürger können sich bei Führungen Anregungen und Fachwissen für eigene Projekte holen. Das Netzwerk Blühende Landschaft übernimmt die Bereitstellung des Saatgutes und unterstützt die Teilnehmer bei der Pressearbeit und bei der Vorbereitung der Führungen. Unter www.bluehende-landschaft.de/bienenbluetenreich sind auf einer Karte alle Projektflächen eingetragen.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel "Blütenreich", der im Oktober 2016 im Deutschen Bienenjournal erschienen ist. Die Lippische Landes-Zeitung veröffentlichte am 24. Mai 2017 einen Bericht über die Anlage einer Blühfläche auf dem Lagenser Biohof.

Beispielprojekte

Neben den zahlreichen Blühprojekten unserer Netzwerkpartner Naturgarten e.V. und Netzwerk Blühende Landschaft sind besonders die Projekte der Ravensberger Lichtlandschaften interessant. Auf der Seite der RaLiLa-Projekte finden Sie z.B. auch das Projekt 'Blüten-Netzwerk für den Bielefelder Norden' uvm.

Im kommenden Jahr werden wir an dieser Stelle eine interaktive Blühpunktkarte entwickeln, auf der Blühprojekte, Initiativen und Verbände sich mit Blühaktivisten vernetzen können.

Virtueller Bienenweide-Lehrpfad - Digitales Handbuch zur Bienenweide

Hinter den folgenden sechs Blühpunkten, die den Blühpunkten des realen Bienenweide-Lehrpfades in Bad Lippspringe zugeordnet sind, verbirgt sich ein umfassender Materialpool für interessierte Blühaktivisten, die die Nahrungsgrundlage für alle blütenbesuchenden Insekten nachhaltig verbessern wollen.

Allgemeine Informationen

In seiner Initiative "Blühendes Band durch unser Land" beschäftigt sich der Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker mit den vielfältigen Möglichkeiten, in zahlreichen verschiedenen Bereichen durch die Verwendung gebietseigener Pflanzen eine deutliche Verbesserung der Nahrungsgrundlage für alle Insekten und Wildtiere zu erreichen. Die Blühpunkte entlang des Bienenweide-Lehrpfades auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau thematisieren die Landwirtschaft als Gestalter einer artenreichen und blühenden Kulturlandschaft im Bereich von Ackerflächen und Dauergrünland ebenso wie die Pflanzung von Feldgehölzen und Hecken in der freien Landschaft und Möglichkeiten zur Verbesserung der Artenvielfalt im Obst- und Waldbau. Der Blühpunkt "Öffentliches Bunt" zeigt die Nutzung der urbanen Vielfalt in Städten und Gemeinden mit ihrem Nachahmungseffekt für Privatgärten. Die Gestaltung von naturnahen Gärten für Insekten und Vögel bis in kleinste Bereiche wie die Bepflanzung von Balkonen und Kübeln stellt eines der zentralen Themen des Lehrpfades dar.

Auf der LGS in Bad Lippspringe ist 2017 mit zunächst 6 Blühpunkten der Startschuss für einen Bienenweide-Lehrpfad gefallen, der in den kommenden Jahren kontinuierlich weiter entwickelt werden soll.

Im neuen Flyer des Fachbereichs BieNU finden Sie die Übersicht über den Bienenweide-Lehrpfad. Hier können Sie den Flyer als pdf-Dokument herunterladen.

Im Folgenden ist nach dem Infomaterial zur Bienenweide allgemein umfangreiches Material zu den einzelnen Blühpunkten zusammengestellt.

Informationsmaterial zu Bienenweide allgemein (spezielle Themen sind den einzelnen Blühpunkten zugeordnet):

  • Bienenweidekatalog Baden-Württemberg Sehr informativ und umfangreich
  • Straßenbegleitgrün BW - Hinweise zur ökologisch orientierten Pflege von Gras- und Gehölzflächen an Straßen Besonders interessant für Städte und Gemeinden
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  •  „Der Mayener Bienengarten“: 2012 ist das Buch zur bienenfreundlichen Gartengestaltung erschienen. Das Mayener Bieneninstitut hat eine 152-seitige Informationsschrift herausgegeben. In dieser gibt die Landschaftsarchitektin und Hobbyimkerin Maike Frings viele Tipps für die bienenfreundliche Gestaltung von Hausgärten und öffentlichen Flächen. Beginnend bei der Bodenvorbereitung, über die Pflanzenauswahl und ihrer Kombination in verschiedenen Gestaltungsbereichen bis hin zu fast einhundert Pflanzenportraits mit ihrem Nährwert für Bienen liefert das kleine Buch viele wertvolle Informationen. Die Schutzgebühr beträgt 5,00 Euro. Das Buch kann zuzüglich 1,50 Euro Versandkosten beim Fachzentrum für Bienen und Imkerei in Mayen bestellt werden (www.bienenkunde.rlp.de -> Bestellungen).
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  • Netzwerk Blühende Landschaft: Handbuch "Wege zu einer blühenden Landschaft" (www.bluehende-landschaft.de)
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  • Paul Westrich: Wildbienen - die anderen Bienen  (www.wildbienen.info)  
  • Helmut und Margrit Hintermeier: Blütenpflanzen und ihre Gäste (mehrere Teilbände); Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft
Blühpunkt 1: Insektenfreundliche Gehölze

 

Lindenkreis aus altem Baumbestand, weitere insektenfreundliche Gehölze befinden sich an den Blühpunkten 5 und 6. 

Blühende heimische Bäume und Sträucher kommen allen Blütenbesuchern zugute. Sie bieten eine fast unerschöpfliche Fülle an Blühangeboten auf kleinstem Raum, da sie auch die dritte Dimension nutzen. Hecken und Kleingehölze bieten nicht nur vielen Kleintieren und Vögeln Nahrung und Lebensraum, bei der gezielten Auswahl von blühenden Sträuchern und Bäumen können sie auch eine wertvolle Nahrungsgrundlage für blütenbesuchende Insekten sein. Gerade die Hecken sorgen mit ihrer großen Blattmenge und ihrem hohen Blüten- und Früchteangebot das ganze Jahr über für tierische Nahrung. Daneben bieten sie zahlreichen Tieren Deckung vor Witterungseinflüssen, Überwinterungsquartiere, Ruhe-, Nist- und Schlafplätze,  Sing- und Ansitzwarten. Die Feldgehölze haben große Bedeutung  in Form von Windschutz, Erosionsschutz, Regulation des Wasserhaushaltes, Ertragssteigerungen in den angrenzenden Feldern und Wiesen sowie Gliederung und Aufwertung der Landschaft (Quelle: Handbuch "Wege zu einer blühenden Landschaft", Netzwerk Blühende Landschaft, und "Hecken & Feldgehölze", Helmut und Margrit Hintermeier).

Die in den vergangenen Jahren zunehmenden massiven Abholzungen an den Rändern von Autobahnen und Straßen in NRW gehen weit über notwendige Pflegemaßnahmen hinaus und nehmen nicht nur den blütenbesuchenden Insekten Nahrung, Schutz und Nistmöglichkeiten, sondern auch Vögeln und Wildtieren.

Neben Listen mit blühenden Gehölzpflanzen mit Nektar- und Pollenwert, Pflanzanleitungen und Hilfen zur Anlage von Artenschutzhecken liefern wir Tipps zur insektenfreundlichen Waldrandgestaltung. Einige interessante Handlungsempfehlungen stammen aus dem Handbuch "Wege zu einer blühenden Landschaft" vom Netzwerk Blühende Landschaft (www.bluehende-landschaft.de).

 

Literaturempfehlungen

 

Blühpunkt 2: Blumenwiese - Öffentliches Bunt

                                                               

Die Blumenwiesen im Dünental wurden von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft gefördert. Das Saatgut stammt von der für die Produktion gebietsheimischer Wildblumen und Wildgräser zertifizierten Firma Rieger-Hofmann, Blaufelden. 

Hier finden Sie die Artenzusammensetzung der Blühmischungen laut Angabe der Landesgartenschau.

Öffentliche Flächen bieten sich als Nahrungsgrundlage und Lebensraum für blütenbesuchende Insekten an. Parks und Friedhöfe, Verkehrsinseln und "Straßenbegleitgrün" sowie Straßenränder und Böschungen bieten ein riesiges Potenzial an wertvollen Naturschutzflächen. Unter Beachtung der Funktion, der Größe, der Lage innerhalb der Stadt/Gemeinde und des Standortes (Bodenbeschaffenheit/Lichtverhältnisse u.v.m.) lassen sich ohne höheren Kostenaufwand ökologisch eher wertlose kurz geschnittene Rasenflächen farbenfroh und ökologisch wertvoll umgestalten. (Quelle: Handbuch "Wege zu einer blühenden Landschaft", Netzwerk Blühende Landschaft).

Werner David vom Naturgarten e.V. schreibt im Vorwort zur Mitgliederzeitschrift „Nisthilfen für Wildbienen und Wespen“ : „Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und den damit einhergehenden Monokulturen in der Landschaft, durch Überdüngung, Flächenversiegelung, Pestizide und den Verlust an struktur- und blütenreichen Lebensräumen nehmen sowohl die Bestandsgrößen der Wildbienen als auch ihre Artenanzahl in erschreckendem Umfang ab. … Der Schutz bestehender Lebensräume ist daher ein zentrales Anliegen des Naturschutzes. In unseren Gärten, aber auch im naturnahen, öffentlichen Grün haben wir die Möglichkeit, unsere heimische Flora und Fauna zu schützen und zu bewahren!“

Vor diesem Hintergrund ist die Auswahl geeigneten zertifizierten, gebietsheimischen Wildsaatgutes von extremer Bedeutung um den Wildbienen ihre speziellen Futterpflanzen anzubieten, die für sie zum optimalen Zeitpunkt blühen. Dieser Zeitpunkt ist dann gekommen, wenn die Wildbienen ihre Eier ablegen und Futtervorräte für ihren Nachwuchs sammeln.

 Tipps und Informationen

  • Faszination Naturgarten - ein Netzwerk fürs Leben! Der Naturgarten e.V. beschäftigt sich nicht nur mit der Anlage von naturnahen Privatgärten, sondern insbesondere mit der Anlage von Blühflächen in Städten und Gemeinden, also im Bereich "Öffentliche Grün" oder besser noch "Öffentliches Bunt". Infos dazu finden Sie auf der Homepage des Naturgarten e.V. unter www.naturgarten.org.
  • Das Netzwerk Blühende Landschaft (NBL) will eine blühende Landschaft gestalten, in der sich Menschen und Tiere wieder wohlfühlen können. Es möchte vorhandene Konzepte erfassen, die Honig- und Wildbienen sowie allen anderen nektar- und pollensuchenden Insekten wieder eine Lebensgrundlage schaffen, eine breite Öffentlichkeit sensibilisieren und engagiert sich u.a. intensiv für insektenfreundliche öffentliche Flächen. Auf der Homepage finden Sie unter www.bluehende-landschaft.de umfassendes Informationsmaterial sowie ausführliche Handlungsempfehlungen (s.u.). 

Im Folgenden finden Sie zahlreiche Informationsblätter und Texte zu Blumenwiesen und dem Öffentlichen Bunt, insbesondere Aussaat- und Pflegeempfehlungen. Einige interessante Handlungsempfehlungen stammen aus dem Handbuch "Wege zu einer blühenden Landschaft" vom Netzwerk Blühende Landschaft (www.bluehende-landschaft.de). Wir konzentrieren uns hier auf die Blumenwiesen, Tipps zu insektenfreundlichen Stauden und Gehölzen finden Sie u.a. an den Blühpunkten 1 und 6.

Auf der Homepage des Verbandes deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten VWW sind umfangreiche Infos und Bezugsquellen zu finden. Der VWW ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten, der im Juli 2005 gegründet wurde. Im Kern seiner Aktivitäten steht die Idee, aus regionalem Saatgut von naturnahen Wildstandorten Pflanzen für naturschutzgerechte Begrünungen zu produzieren. Die Zertifikate VWW-Regiosaaten und VWW-Regiogehölze sichern Herkunft und Qualität.

Der zertifizierte Wildblumenproduzent Rieger-Hofmann legt besonderen Wert auf seinen Service-Bereich. Hier sind umfangreiche Informationen, Hinweise auf typische Fehler und Antworten auf häufige Fragen zu finden.

Die Firma Syringa-Samen hat gute praktische Tipps zu Blumenwiesen und viele weitere Informationen zusammen gestellt.

Die Schweizer Firma UFA-Samen ist Spezialist für die Produktion von gebietsheimischem Wildpflanzen-Saatgut und von Wildpflanzen. In ihrem Katalog und auf ihrer Homepage gibt es wertvolle Tipps zur Anlage von artenreichen Wildblumenwiesen u.v.m.. Hier gilt es natürlich zu beachten, dass die Wildpflanzen selbst für die Schweiz und nicht für unsere Region gedacht sind. Besonders zu empfehlen ist die UFA-Wildblumen-App mit einigen 100 hochauflösenden Bildern von Wildblumen.

Literaturempfehlungen

 

Blühpunkt 3: Insektenfreundliche Stauden

Foto: Volker Knipp, Lüdenscheid

Das Staudenbeet "FLUSS UND WIESE - ZWEI, DIE ZUSAMMENGEHÖREN" wurde von der Regionalgruppe Ostwestfalen-Lippe der Gesellschaft der Staudenfreunde angelegt.

Die wunderschön bebilderte Pflanzenliste - GdS Staudenbeeut "STAUDEN/GRÄSER/ZWIEBELPFLANZEN" können Sie hier herunterladen.

Im Konzept des Staudenbeetes ist zu lesen:

"Fluss und Wiese bilden in ihren unterschiedlichen Ausprägungen – von wild bis gezähmt – eine Gemeinschaft, die uns als Gestaltungsidee zu unserem Beet inspiriert hat.
Ein geschwungenes Band aus in unterschiedlichen Blautönen blühenden Salbeisorten durchzieht in sanften Windungen das Beet. Im Verlauf der Jahreszeiten wird das Band – wie auch ein Fluss – sich verändern: Mal ist es farblich deutlich wahrnehmbar, mal nur als Einschnitt in seiner Umgebung. In der Wiese mischen sich Gräser und Stauden: Imposante Erscheinungen wie die Rutenhirse oder das gelb leuchtende Hohe Mädchenauge wechseln mit zarten Schönheiten wie der weißen Sterndolde und dem Mädchenhaargras.

Unter Gelb-, Blau- und Rottöne mischt sich im Sommer das wunderbare Orange eines Bartfadens und das leuchtende Tomatenrot eines Scheinsonnenhutes.

Zwiebelpflanzen wie Narzissen, Tulpen, Traubenhyazinthen und Co. sind im Frühling die Vorboten auf dieses Szenario."

Lesen Sie Weiteres zum Konzept und zum Leitgedanken auf der Homepage der Regionalgruppe.

Damit Honigbienen, Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge, Wespen, Hornissen und andere blütenbesuchenden Insekten überleben können, brauchen sie ausreichend Nahrung vom zeitigen Frühjahr bis zum Spätherbst. Gerade die Hausgärtner haben viele Möglichkeiten, im Nutz- und Ziergarten Lebensräume und Nahrungsangebote zu schaffen. Dazu eignen sich viele verschiedene, einheimische und standortangepasste Stauden unter Beachtung früh- und spätblühender Sorten. Gefüllt blühende Blumensorten sind für blütenbesuchende Insekten ungeeignet, sie bieten keinen Nektar und Blütenstaub/Pollen. Gerade Pollen ist als Eiweißfutter unersetzlich.

Weitere Informationen zum Staudengarten sind im Blühpunkt 6 "Faszination Naturgarten" zu finden.

 Tipps und Informationen

  • Faszination Naturgarten - ein Netzwerk fürs Leben! Der Naturgarten e.V. hat die Vision, ein dichtes Netzwerk zu sein für Gärten, öffentliches Grün und Landschaft, für Menschen sowie für einheimische Pflanzen als Lebensgrundlage einheimischer Tiere. Lassen Sie sich faszinieren und vor allen Dingen umfassend informieren auf der Homepage des Naturgarten e.V. unter www.naturgarten.org.
  • Das Netzwerk Blühende Landschaft (NBL) will eine blühende Landschaft gestalten, in der sich Menschen und Tiere wieder wohlfühlen können. Es möchte vorhandene Konzepte erfassen, die Honig- und Wildbienen sowie allen anderen nektar- und pollensuchenden Insekten wieder eine Lebensgrundlage schaffen, eine breite Öffentlichkeit sensibilisieren und engagiert sich u.a. für insektenfreundliche Gärten. Auf der Homepage finden Sie unter www.bluehende-landschaft.de umfassendes Informationsmaterial sowie ausführliche Handlungsempfehlungen.

Im Folgenden finden Sie zahlreiche Informationsblätter und Texte zu insektenfreundlichen Stauden. Einige interessante Handlungsempfehlungen stammen aus dem Handbuch "Wege zu einer blühenden Landschaft" vom Netzwerk Blühende Landschaft (www.bluehende-landschaft.de).

Literaturempfehlungen

  • Dr. Reinhard Witt: Natur für jeden Garten; Naturnahe Rosen Band 1 und 2; Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten; Das Wildpflanzentopfbuch u.v.m. (www.naturgartenplaner.de/buchshop/aktuelle-buecher/)
  • Helmut und Margrit Hintermeier: Blütenpflanzen und ihre Gäste (mehrere Teilbände); Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft
  • Paul Westrich: Wildbienen - die anderen Bienen  (www.wildbienen.info)
  • Netzwerk Blühende Landschaft: Handbuch "Wege zu einer blühenden Landschaft" (www.bluehende-landschaft.de)
  • Werner David: Fertig zum Einzug: Nisthilfen für Wildbienen (Leitfaden für Bau und Praxis - so gelingt's) (www.naturgartenfreude.de
Blühpunkt 4: Blühangebote in der Landwirtschaft

 

 

Die Blühfläche auf der Landesgartenschau wurde zur Anschauung von den Vertretern der Landwirtschaft angelegt. In den folgenden Jahren möchte der Fachbereich BieNU gemeinsam mit dem NABU Natur-Infozentrum Senne Gespräche mit der Stadt Lippspringe führen um einige Beispiel-Blühstreifen aus dem landwirtschaftlichen Bereich auf der Wiese am aufgestellten Blühpunkt anzulegen.

Blütenbesuchende Insekten erfüllen eine zentrale Aufgabe in der lebendigen Welt: Etwa 80% der Blühpflanzen sind auf Fremdbestäubung angewiesen. Damit Biene, Hummel & Co. diese komplexe Bestäubungsleistung vollbringen können, brauchen sie vor allem Nahrung: So sammelt ein Bienenvolk pro Jahr etwa 30 bis 50 kg Pollen. Das sind 6 bis 10 Millionen bunte Pollenhöschen an den Bienenbeinen. Als eiweiß- und fettreicher Futterstoff mit seinen Mineralstoffen und Vitaminen ist Pollen unersetzlich für die Brut. Da Schmetterlinge, Hummeln und andere Wildbienen oft nur wenig bis gar keine Futtervorräte anlegen, benötigen gerade diese Blütenbesucher einen permanenten Pollen- und Nektarstrom von Blühpflanzen.
In den letzten Jahren haben sich allerdings die Lebensbedingungen für die blütenbesuchenden Insekten gravierend verändert. Durch Intensivierung der Landwirtschaft blüht weniger und weniger in Feld und Flur. Ab Ende Mai versiegt vielerorts der Futterstrom. Für die Blütenbesucher herrscht nun in vielen Landstrichen von Juni bis Oktober Futterknappheit bzw.  -eintönigkeit. So sind inzwischen über die Hälfte der einheimischen Wildbienen auf der Roten Liste oder schon ausgestorben. Teils müssen die Bienenvölker sogar im Sommer gefüttert werden. Ohne Bestäubungsinsekten gäbe es aber einschneidende Veränderungen bei Obsternte, Gemüseanbau, einigen Kulturpflanzen in der Landwirtschaft, der Artenvielfalt bei Wildpflanzen, der Nahrungskette für Wildtiere, etc.
Durch die große Bedeutung der Bestäuber für die Erträge in der Landwirtschaft ist eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Imkern zur Verbesserung der Nahrungsangebote für alle bestäubenden Insekten im Ackerbau und auf den Grünlandflächen wünschenswert. In der Projektstudie GrünSchatz im Rahmen des Projektes ZukunftsLAND Regionale 2016 geht es insbesondere um die Erforschung von Wildenergiepflanzen zum Nutzen der Landschaft und der Landwirtschaft (http://www.gruenschatz.de/). Prof. Dr. Tillmann Buttschardt vom Institut für Landschaftsökologie der Uni Münster betreut dieses Projekt wissenschaftlich. Mit Herrn Prof. Buttschardt entwickelt sich derzeit eine intensive Zusammenarbeit mit dem Fachbereich BieNU.
Prof. Dr. Buttschardt ist zudem Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft.
Die Stiftung bietet nicht nur umfangreiches Informationsmaterial, sondern insbesondere für Landwirte die Möglichkeit von professionellen Naturschutzberatern sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht individuell beraten zu werden.
Besonders interessant ist das Handbuch Produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen (PIN) – Neuerscheinung in der 2. Auflage, das bei der Stiftung unter http://www.kulturlandschaft.nrw/web/produktionsintegrierter-naturschutz/pin-handbuch/ bestellt werden kann.
Die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft betreibt in Westfalen-Lippe Ökokonten sowie Flächenpools. Sie bietet Lösungen für Vorhabenträger und Landwirte, die Flächen für den naturschutzrechtlichen Ausgleich benötigen bzw. zur Verfügung stellen möchten. Ein Ökokonto ist ein Naturschutz­instrument im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung. Mögliche Ausgleichsflächen werden überplant und in einem Flächenpool zusammengefasst. Diese Flächen stehen bei späteren Eingriffen in Natur und Landschaft im Rahmen von Bauvorhaben als Ausgleich zur Verfügung.
 Neben Handlungsempfehlungen des Netzwerks Blühende Landschaft für die Landwirtschaft  (www.bluehende-landschaft.de) finden Sie im Folgenden eine Übersicht über Agrarumweltmaßnahmen, Planzenempfehlungen und zahlreiche Informationen zu neuen Wegen in der Biogaserzeugung sowie eine Auswertung der Studie ProSaum der Uni Osnabrück zur Aufwertung von Feldrainen und Säumen.
Blühpunkt 5: Streuobstwiese mit Wildbienenwand

 

 

 

Streuobstwiese am Prinzenpalais auf Initiative des NABU Natur-Infozentrum Senne, nun eine blütenreiche Wiese statt monotoner Rasen.

Artenschutz: Die Wildbienen im Fokus
Die Streuobstwiese gilt als wertvolle Kulturlandschaft. Sie weist einen erstaunlichen Artenreichtum auf und schafft dadurch zahlreiche Lebensräume für ihre Bewohner. Streuobstwiesen bieten auch vielen bedrohten Tierarten ein Zuhause – von den über 7000 Arten, die auf der Roten Liste stehen, sind hier etliche zu finden. Neben dem Steinkauz sind die Wildbienen die wichtigsten schützenswerten Arten in diesem Biotop. Noch gibt es in Deutschland mehr als 550 Wildbienenarten, doch inzwischen sind 52 Prozent der Wildbienen vom Aussterben bedroht. Sie sind nicht die „wilden Verwandten“ der Honigbiene, sondern existieren nebeneinander – in freier Natur lebend.
Die Honigbiene wurde domestiziert und lebt als Nutzbiene in Bienenstöcken, während sich die Wildbienen in der Natur spezielle Lebensräume und Nistplätze suchen. Ohne diese kleinen, unscheinbaren Bienen würden viele Pflanzen nicht mehr existieren.
 
Wild- und Honigbienen arbeiten zusammen
Die Wildbienen sind im Vergleich zur Honigbiene „produktiver“. Durch ihre mehrfache Bestäubung gibt es viel mehr und größere Früchte. Dies ist eine bislang unterschätzte Tatsache, die großen Einfluss auf die Ernte der Landwirte hat: 80 Prozent aller heimischen Wild- und Kulturpflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Bienen sind damit die drittwichtigsten Nutztiere in Deutschland.
Doch immer mehr Nahrungsquellen und Nistplätze gehen durch die intensive Landwirtschaft verloren – Monokulturen, Pestizide und die fortschreitende Flächenversiegelung machen den Wildbienen das Überleben schwer.
 
Die Wildbienen finden auf den Streuobstwiesen nicht nur Unterschlupf, sondern auch Nahrung in den Blüten der Wildpflanzen und Obstbäume.
 
Die Streuobstwiese dient als Überlebensraum.
Streuobstwiesen bieten Vieles, was Bienen verlangen:
• Extensiv genutzte Halbtrockenrasen, unbefestigte Erdwege, lehmig sandige Flächen
• Totholz und Baumrinde
• Hohlräume in Stängeln, alten Schneckenhäusern und markhaltigen Zweigen
• Sandwände, Trockenmauern und Heckenstreifen
Um den Lebensraum der Bienen zu verbessern, können auch geeignete Nisthilfen angebracht werden. Aber Vorsicht: So genannte „Insektenhotels“ helfen Wildbienen nicht!
 
Folgende Wild- und Kulturpflanzen bieten den Wildbienen ein üppiges Nahrungsangebot, Schlafplätze und Nistbaumaterial, wenn sie nicht mit Pestiziden behandelt werden:
• Obstblüten und Beerensträucher (z. B. Johannisbeeren)
• Blütengehölze (z. B. Wildrose, Schlehen)
• Wildkräuter (z. B. verschiedene Salbeisorten)
• Zwiebel- und Kohlgewächse (z. B. Blaustern, Lauch)
• Gemischte Blühflächen und streifen mit Wildstauden, Wiesen- und Ziergartenblumen (z. B. Margerite,  Wiesen-Glockenblume, Kornblume, Roter Fingerhut)
Als Winterunterschlupf dienen den Bienen auch verblühte Stauden: Wer in Gärten und auf den Streuobstwiesen teilweise Wildwuchs zulässt, hilft den Wildbienen am meisten!
 
(Quelle: Flyer „Streuobstwiesen als Heimat für fleißige Wildbienen“, BUND Niedersachsen)
 

 Tipps und Informationen

  • Streuobstwiesen blühen auf! Unter diesem Namen wurde in Niedersachsen vom BUND und der Bingo Umweltstiftung Niedersachsen ein umfangreiches Streuobstwiesenprojekt durchgeführt. Dabei sind hervorragende Materialien entstanden, die Sie bei unseren Informationsschriften und Handlungsempfehlungen weiter unten finden können.
  • Das „Obst-Arboretum Olderdissen“ in Bielefeld – am Rande der Stadt im Teutoburger Wald gelegen – dürfte mit seinen über 300 verschiedenen Apfelsorten die größte Sammlung alter Obstsorten in Nordrhein-Westfalen sein. Lesen Sie mehr unter http://www.obstbaumschnittschule.de/obst-arboretum-bielefeld/.

  • Durch unseren Kontakt zum erfahrenen Pomologen Siegfried Geck aus Herscheid, der uns mehrfach bei Fachseminaren zur Veredelung und Pflege von Obstbäumen unterstützt hat, können wir eine individuelle Beratung bezüglich alter, krankheitsresistenter Obstsorten vermitteln.
  • Unter https://www.wildbiene.com/ finden Sie eine hoch interessante Seite zu Wildbienen von Volker Fockenberg aus Kirchhellen mit umfangreichem Material und einem Bienenshop.

Im Folgenden finden Sie zahlreiche Broschüren und Informationsblätter zur Streuobstwiese:

Literaturempfehlungen

  • Paul Westrich: Wildbienen - die anderen Bienen  (www.wildbienen.info)
  • Helmut und Margrit Hintermeier: Blütenpflanzen und ihre Gäste (mehrere Teilbände); Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft; Hecken und Feldgehölze
  • Werner David: Fertig zum Einzug: Nisthilfen für Wildbienen (Leitfaden für Bau und Praxis - so gelingt's) (www.naturgartenfreude.de
Blühpunkt 6: Faszination Naturgarten

Foto: Volker Knipp, Lüdenscheid

 

 

Naturgarten in vielen Facetten mit artenreichen Lebensräumen, angelegt vom NABU Natur-Infozentrum Senne.

Naturerlebnisgärten sind eine Oase für alle Sinne, gleichermaßen paradiesisch für Mensch und Tier. Sie schenken uns Schönheit und Farbenpracht, Harmonie und Vielfalt und liefern artenreiche Lebensräume. Dazu zählen Wildpflanzenbeete, Wildstrauchhecken, Trockenmauern, Naturteiche, Blumenwiesen, Nisthilfen, Totholzbereiche u.a.. Durch die Verwendung einheimischer Wildpflanzen, ökologischer Baustoffe und die naturnahe Pflege ohne Gift, durch gezieltes Jäten und standortgerechte Pflanzenverwendung verfügen sie über einen immens hohen ökologischen Wert.

Blühende bunte Bepflanzungen in Balkonkästen und Kübeln sind nicht nur eine Augen-, sondern auch eine Bienenweide. Allerdings bieten viele der klassischen Balkonpflanzen wie Geranien oder Fleißige Lieschen den Insekten nur wenig oder sogar gar keinen lebenswichtigen Nektar und Pollen. Besonders wertvoll sind blühende Küchenkräuter, die nicht nur Nahrungsspender für die Insekten darstellen, sondern die Speisen der Menschen wunderbar verfeinern - und das "direkt vor der Tür" und rein biologisch! Blühende Balkone können also wertvolle Blühoasen auf kleinstem Raum für Menschen und Tiere sein. Optimal für die Insekten ist dabei ein zusätzliches Angebot von Nisthilfen auf dem Balkon. Sie werden staunen, wie viele Insekten dieses Angebot nutzen werden!

 Tipps und Informationen

Faszination Naturgarten - ein Netzwerk fürs Leben! Der Naturgarten e.V. hat die Vision, ein dichtes Netzwerk zu sein für Gärten, öffentliches Grün und Landschaft, für Menschen sowie für einheimische Pflanzen als Lebensgrundlage einheimischer Tiere. Lassen Sie sich faszinieren und vor allen Dingen umfassend informieren auf der Homepage des Naturgarten e.V. unter www.naturgarten.org.

Das Netzwerk Blühende Landschaft (NBL) will eine blühende Landschaft gestalten, in der sich Menschen und Tiere wieder wohlfühlen können. Es möchte vorhandene Konzepte erfassen, die Honig- und Wildbienen sowie allen anderen nektar- und pollensuchenden Insekten wieder eine Lebensgrundlage schaffen, eine breite Öffentlichkeit sensibilisieren und engagiert sich u.a. für insektenfreundliche Gärten und Topfpflanzen. Auf der Homepage finden Sie unter www.bluehende-landschaft.de umfassendes Informationsmaterial sowie ausführliche Handlungsempfehlungen.

Im Folgenden finden Sie zahlreiche Informationsblätter und Texte zu Pflanzen und Insekten im Naturgarten und zur nahrhaften Balkonbepflanzung für blütenbesuchende Insekten. Einige interessante Handlungsempfehlungen stammen aus dem Handbuch "Wege zu einer blühenden Landschaft" vom Netzwerk Blühende Landschaft (www.bluehende-landschaft.de).

Literaturempfehlungen

  • Dr. Reinhard Witt: Natur für jeden Garten; Naturnahe Rosen Band 1 und 2; Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten; Das Wildpflanzentopfbuch u.v.m. (www.naturgartenplaner.de/buchshop/aktuelle-buecher/)
  • Helmut und Margrit Hintermeier: Blütenpflanzen und ihre Gäste (mehrere Teilbände); Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft; Hecken und Feldgehölze
  • Paul Westrich: Wildbienen - die anderen Bienen  (www.wildbienen.info)
  • Werner David: Fertig zum Einzug: Nisthilfen für Wildbienen (Leitfaden für Bau und Praxis - so gelingt's) (www.naturgartenfreude.de
  • Netzwerk Blühende Landschaft: Handbuch "Wege zu einer blühenden Landschaft" (www.bluehende-landschaft.de)
Bestäubervielfalt

Bestäubung: Honigbienen alleine reichen nicht aus

Eine weltweite Studie mit Beteiligung der Georg-August-Universität Göttingen hat gezeigt, dass Pflanzen besonders viele Früchte und Samen hervor bringen, wenn möglichst viele unterschiedliche Arten frei lebender Bestäuber vorhanden sind. Honigbienen können diese wilden Bestäuber nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen: Die Forscher konnten nachweisen, dass der Blütenbesuch der wilden Bestäuber, insbesondere der Wildbienen, doppelt so effektiv ist wie der der Honigbienen. Zu den frei lebenden wilden Bestäubern zählen neben den Wildbienen Fliegen, Käfer, Schmetterlinge, Vögel und Fledermäuse.

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine ertragreiche Landwirtschaft nicht ohne Artenvielfalt auskommt“, so Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. „Es wäre sehr riskant, sich bei der Bestäubung von Nutzpflanzen alleine auf die vom Menschen gemanagten Honigbienen zu verlassen, deren Anzahl durch Parasiten und Pestizide in jüngerer Zeit stark beeinträchtigt wurde. Konzepte zur Förderung weltweiter Nahrungsmittelsicherheit sollten auch den Schutz frei lebender Bestäuber, namentlich der Wildbienen, berücksichtigen.“

Die vollständige Presseinformation der Georg-August-Universität Göttingen und den Hinweis auf den Originaltext der Studie von Garibaldi et al. (2013) finden Sie hier.

Für unsere Initiative "Blühendes Band durch unser Land" bedeutet diese Studie, dass es von entscheidender Bedeutung ist, die Nahrungsgrundlage besonders für die frei lebenden wilden Bestäuber zu verbessern. Für diese Spezialisten ist die Auswahl gebietseigener Pflanzen unerlässlich, damit ihnen die für sie lebensnotwendigen Blühpflanzen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Die invasiven Arten unter den Neophyten bedrohen die ursprüngliche Vegetation und sollten nicht länger als gute Bienenweide dargestellt, gepflanzt und damit verbreitet werden. Dies gilt besonders für das Indische Springkraut, den Japan- und Sachalin-Knöterich, die Kanadische Goldrute, den Riesen-Bärenklau und die Robinie.

Wir fühlen uns mit unserer Initative für die Blütenvielfalt auch den nachfolgenden Generationen gegenüber verpflichtet, die Artenvielfalt im Pflanzen- und Tierbereich zu verbessern und zu erhalten.

 

Archiv Bienenweide

Blühendes Band durch's Westfalenland - Gründungsveranstaltung Apisticus-Tag 2012

Anlässlich des Apisticus-Tages 2012 mit dem Thema "Blühende Landschaften"

- "Vitale Bienenvölker" entfaltete der Landesverband ein "Blühendes Band

durch's Westfalenland".

Ausgeräumte, überdüngte Kulturlandschaften, Monokulturen auf Getreidefeldern, einfarbig grüne Wiesen, riesige Maisflächen für die Biogasanlagen und vieles mehr sind der Grund für den extremen Verlust an Nahrungsangeboten für Blütenbesucher und Wildtiere. Das Aussterben vieler Arten, der Rückgang von Schmetterlingen und Wildbienen und die Bienenverluste der vergangenen Jahre haben den Landesverband westfälischer und lippischer Imker dazu motiviert, seine Initiative ins Leben zu rufen.

Der Landesverband wurde dabei aktiv unterstützt durch die Fachkompetenz des Netzwerkes Blühende Landschaft sowie des Naturgarten e.V..
Holger Loritz und Barbara Heydenreich betreuten den NBL-Stand mit vielfältigem und aktuellem Material persönlich. Das neue Handbuch und die fachliche Beratung stießen bei den Besuchern auf großes Interesse.
   
Dr. Reinhard Witt und Kerstin Lüchow vom Naturgarten e.V. präsentierten Infomaterial und Fachbücher zum Thema. Dr. Witt hielt zudem einen sehr interessanten Vortrag zum Wert heimischer Wildpflanzen und nachhaltigen Pflanzungen und Ansaaten.
Im eigens vom Landesverband gestalteten Raum gab es neben zahlreichen Vorträgen einen Parcours der Vielfalt zu sehen. Hier dienten bereits existierende Beispielprojekte wie das Versmolder Blüten-Mehr vom Landesvorsitzenden Friedrich Wilhelm Brinkmann, die Ravensberger Lichtlandschaften aus Bielefeld – vorgestellt von Helge Jung und Friedrich-Wilhelm Große-Wöhrmann – , das Projekt zur grünen Aue von Arnold Grams aus Hamm oder das Projekt „Blütenreichtum in Welver“, an dem u.a. der Imkerverein Welver und Umgebung beteiligt ist, dem Erfahrungsaustausch. Auf großes Interesse stieß die      Vorstellung des Projektes "Wildstauden als Energiepflanzen" der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim.
Da die für das Gesamtprogramm verantwortlichen Obleute des Landesverbandes für Umwelt- und Naturschutz gleichzeitig das Netzwerk Imker für gentechnikfreie Regionen leiten, durften aktuelle Infos zur Ágro-Gentechnik nicht fehlen. Der Bezug zur gestarteten Initiative ist durch die extreme Bedrohung der Artenvielfalt durch die Gentechnik schnell hergestellt.
Am Beispiel eines Bienen-Projektes des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Lüdenscheid wurde die Bedeutung der Arbeit mit Kindern im Bereich des Naturschutzes deutlich. Barbara Ströll von Mellifera e.V. präsentierte persönlich die Initiative „Bienen machen Schule“ und lud die Besucher zur gleichnamigen bundesweiten Fachtagung vom 15. – 17.6.2012 nach Hannover ein.
Der Parcours der Vielfalt wurde durch verschiedene Vorträge ergänzt. Interessierte Besucherinnen und Besucher erlebten im Vortrag „Versmolder Blüten-Mehr – ein blütenreiches Beispiel aus Westfalen“ von Friedrich Wilhelm Brinkmann einen begeisterten und engagierten Landesvorsitzenden, der im Anschluss an seinen Vortrag nach persönlichen Stellungnahmen eine lebhafte, konstruktive und sehr fruchtbare Diskussion mit Holger Loritz und Dr. Reinhard Witt zum Thema „Nachhaltige Ansaaten und Pflanzungen“ führte. Ulrike Rohlmann, die gemeinsam mit ihrem Mann Gregor für den Fachbereich Umwelt- und Naturschutz beim Landesverband zuständig ist, stellte Motivation, Ziele und Vorgehensweise der Initiative „Blühendes Band durch’s Westfalenland“ vor und lud die Gäste ein, auf einer großen Westfalenkarte durch das Aufkleben von Blühpunkten an ihrem jeweiligen Wohnort existierende Beispiele oder den Wunsch nach Mitarbeit deutlich zu machen. Am Sonntag ergänzte Arnold Grams aus Hamm die Vortragsreihe durch die Präsentation seines Projektes zur grünen Aue.
Das große Besucherinteresse an den Infoständen und den Aktionen im Raum des Landesverbandes stimmt die Verantwortlichen für die neue Blühinitiative hoffnungsfroh.
In den kommenden Jahren werden Imkerinnen und Imker aus Westfalen gemeinsam mit bereits bestehenden Initiativgruppen in verschiedenen Projekten weitere Erfahrungen mit unterschiedlichen Saatgutmischungen sammeln.  Nicht nur Städte und Gemeinden sollen angesprochen werden, sondern auch Landwirte, Waldbauern, Jäger, GaLa-Bauer, Kleingärtner, Kirchen, Schulen und Kindergärten, Tourismusverbände, Vereine und Einzelpersonen. 
In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt- und Naturschutz NRW und den Landkreisen sowie Interessenverbänden der Landwirte und Jäger soll sich in den nächsten Jahren Schritt für Schritt ein flächendeckendes Gesamtkonzept entwickeln.
Der Landesverband freut sich bei der Entwicklung einer Strategie für seine neue Initiative sehr über die kompetente Unterstützung des Netzwerks Blühende Landschaft und des Naturgarten e.V. und hofft, dass es neben dem Musterbeispiel der Gemeinde Haar, bei dem Barbara Stark vom NBL sehr engagiert bei der Umsetzung des von Dr. Witt entwickelten Ökoflächenkonzeptes mitgearbeitet hat, in Zukunft mehr gemeinsame Projekte der Fachleute beider Gruppierungen geben wird.
 

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